Sinnvolle Beschäftigung für Wohnungskatzen

Wohnungskatzen können Langweile haben – müssen es aber nicht. Die Art und der Umfang der Beschäftigung hängen von der Persönlichkeit und dem Umfeld ab.


Womit beschäftigen sich Katzen normalerweise?
Eine wilde Katze oder eine Freigängerkatze verbringt ihren Tag mit diesen Dingen:

Wahrnehmung der Umwelt
Unsere Hauskatzen können mit den Barthaaren Luftströmungen wahrnehmen, riechen eine unglaubliche Vielfalt und können sehr wahrscheinlich sogar das Erdmagnetfeld bewusst wahrnehmen.

Kontakte mit Artgenossen
Die Katze hat Sozialkontakte, auch, wenn sie den direkten Kontakt zu anderen Katzen meidet. Dies passiert durch Riechen der Duftspuren, die Artgenossen hinterlassen.

Kontakte mit anderen Tieren
Eine Katze begegnet in freier Wildbahn nicht nur Beutetieren, sondern auch allen anderen Lebewesen in ihrem Umfeld (Igel, Würmer, Schnecken usw.)
Ruhe, Schlaf und Fellpflege. Selbst wild lebende Katzen verbringen den grössten Teil des Tages dösend und mit der Pflege des Fells.

Jagd und Spiel
Wildkatzen müssen jagen, Freigängerkatzen können jagen. Dabei kommen alle Sinne des Tieres geballt zum Einsatz und der Jagderfolg gehört zum natürlichen Verhaltensrepertoire der (Wild)Katze.

Krallenpflege und Stretching
Katzen kratzen genüsslich in Bäumen und Holz. Dabei schärfen sie vermutlich nicht nur ihre Krallen, sondern stretchen, dehnen und erden sich.
Wie können Wohnungskatzen beschäftigt werden?

Wer diese natürlichen Verhaltensweisen verinnerlicht, hat vielleicht schon die ein oder andere Idee, wie der eigene Stubentiger artgerecht beschäftigt werden kann.

Steht kein echtes Mäuschen zur Verfügung, hat die Wohnungskatze Spielzeugmäuse. Stehen die auch nicht zur Verfügung werden vielleicht die Füsse des Lieblingsmenschen zum „Opfer“ oder irgendein Einrichtungsgegenstand muss als Katzenspielzeug herhalten.

Die meisten Wohnungskatzen haben Katzenspielzeug, Kratzbäume und andere Dinge. Manchmal erscheinen die aber nicht so interessant. Ist auch klar, denn die Spielzeugmaus rennt nicht weg. Der Jagderfolg ist mässig und Langeweile kann sich einstellen. Hier helfen Mäuse oder anderes Katzenspielzeug mit Elektroantrieb, Spielzeug an Springfedern oder Herrchen und Frauchen, die durch Ziehen oder Werfen einem Katzenspielzeug „Leben“ einhauchen.

Dass Katzen Sinnesreize brauchen, sieht man an deren Liebe zu allem, das raschelt, klingelt oder sonstige Geräusche von sich gibt.
Hauskatzen, die Action lieben, mögen es, wenn Spielzeug ab und zu abgewechselt oder neu aufgebaut wird.

Es kann sich lohnen den geliebten Rascheltunnel eine Zeitlang zu entfernen und der Katze dann erneut anzubieten. Oder der Tunnel (oder ein anderes Spielzeug) wird in einem anderen Zimmer aufgestellt, aufgehängt oder auf eine andere Weise verändert. Intelligenzbestien unter den Samtpfoten lieben ausgefeilte Spielsachen, die es im Handel gibt. Wasser liebende Katzen können sich stundenlang mit einem Zimmerbrunnen beschäftigen.

Nicht zuletzt soll es auch Katzen geben, die lieber Fernsehen oder spezielle Katzenprogramme auf YouTube und ähnlichen Kanälen verfolgen. Die Geschmäcker sind verschieden und wir Menschen dürfen herausfinden, was unseren Katzen am besten gefällt.

Beschäftigungscheckliste:

• „Lebendiges“ Spielzeug reizt mehr als lebloses.
• Spielsachen abwechseln und neu arrangieren.
• Immer etwas zum Kratzen (am besten aus Naturmaterialien) bereitstellen.
• Brunnen und Intelligenzspiele ausprobieren.
• Auch Fernsehen und andere Medien können Unterhaltung für Wohnungskatzen sein.
Ein kleines bisschen Freiheit in der Wohnung

Selbst eine Wohnungskatze will sehr wahrscheinlich ab und zu frische Luft und „echte“ Umweltreize aufnehmen. Im Sommer und bei gesicherten Balkonen ist das kein Problem.
Im Winter, können CDs mit Naturgeräuschen für gespitzte Katzenohren und ausgeglichene Stubentiger sorgen.
Artgenossen können gute Spielkameraden sein

Wer zwei Samtpfoten sein Eigen nennt, muss sich wahrscheinlich weniger Gedanken, um deren Beschäftigung machen.
Manche Katzen freunden sich auch mit im Haushalt lebenden Hunden oder Kaninchen an.
Dann gibt es aber auch Stubentiger, die ihre Wohnung und ihren Menschen für sich haben möchten und allein glücklicher sind.
Was passiert bei Langweile und Unterforderung?

Gewissen Trieben und Verhaltensweisen müssen Katzen einfach nachgehen. Nimmt man den Tieren das, können sie unter Umständen diverse Verhaltensstörungen oder Auffälligkeiten entwickeln:

• Aggressivität
• Lethargie
• übertriebene Fresslust
• Jaulen und Miauen
• Zerstörung von Einrichtungsgegenständen
• stereotypisches Belecken oder Knabbern von Gegenständen oder Körperteilen.


Warum sollte man Wohnungskatzen überhaupt beschäftigen?
Nicht alle Wohnungskatzen sind gleich. Manchen graust es allein bei einem Lufthauch von draussen. Andere sind den ganzen Tag mit vermeintlichem Nichtstun zufrieden.

Die einen wollen und lieben Artgenossen und andere flüchten, sobald sie ein anderes Tier sehen. Uns Menschen bleibt schlussendlich nur, unsere Wohnungskatzen gut zu beobachten. Fühlt sich die Katze wohl? Zeigt sie Unzufriedenheit? Was mag sie besonders gern und was nicht?

Die meisten Katzenbesitzer sind sehr feinfühlige Menschen und spüren instinktiv, wenn einer Wohnungskatze etwas fehlt und was dem Tier guttun würde.

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